Der Welpe im neuen zu Hause

Hier geben wir Tipps zu der Welpenhaltung und greifen immer mal wieder ein Lebensabschnitt des Hundes auf. Auch in dieser Rubrik wird es hin und wieder mal was neues zu lesen geben.

Ein Klick auf das gewünschte Thema und schon erfahren Sie mehr...

Fütterung / Magen / Darm

Wir empfehlen den Welpen 3 mal täglich zu füttern und erst zu einem späteren Zeitpunkt auf 2 Mahlzeiten zu kürzen. Erst einmal mit dem gewohnten Puppy Futter des Züchter. Eine Umstellung erst nach der Eingewöhnung in Betracht ziehen. Einen Wechsel auf das erwachsenen (Adult) Futter empfehlen wir mit etwa 6 Monaten.
Wenn Sie zB. morgens in die Hundeschule gehen, füttern Sie nur einen kleine Portion oder gar nichts und geben es erst danach. So können Sie vermeiden, dass es dem Hund im Auto übel wird und er sich übergeben muss. Es ist nicht von Nöten, dass jeweils um die gleiche Zeit gefüttert wird. Wie ich mal in einer Show von Martin Rütter gehört habe: Beim Wolf kommt der Hase auch nicht immer zur gleichen Zeit vorbei ;-)
Wenn Sie Ihren Welpen mit Frischfleisch füttern möchten sprich BARF, dann bitte nur mit einem entsprechenden Plan eines ausgebildeten Ernährungsberaters, damit keine Defizite entstehen, welche zu einem viel späteren Zeitpunkt Folgen haben können.
Frisches Wasser sollte für den Welpen immer zugänglich sein, dagegen sollte der Futternapf nicht zur freien Verfügung dastehen → voller Napf hinstellen, fressen, wegnehmen.
Wenn der Hund nicht frisst nicht einfach stehen lassen, sondern zu einem späteren Zeitpunkt wieder anbieten.

Welpen knabbern an vielem rum, egal ob Sachen oder Rasen... dadurch kann es relativ schnell zu dünnerem Kot führen, welche man mit einigen einfachen Mitteln stoppen kann. Wenn diese nicht nützten unbedingt den Tierarzt aufsuchen, da die Welpen bei Durchfall sehr schnell austrocknen können.

Bananen-Mix (für eine gesunde Darmflora):

Banane mit Hüttenkäse, Bifidus- oder Naturjoghurt mischen und dem Welpen füttern.

Karottensuppe (gegen Durchfall):

500g Karotten geschält in
1 Liter Wasser
zusammen 1 1/2 Stunden kochen. (die lange Kochzeit ist wichtig)
1TL Salz dazu geben
alles purieren und mit abgekochtem Wasser wieder bis auf einen Liter auffüllen.
Erkalten lassen und dem Hund in kleineren Portionen anbieten.

Für Feinschmecker können Sie auch ein Stück Poulet mit Haut (zB. Flügeli oder Schenkel ungewürzt) mitkochen und vor dem purieren wieder raus nehmen. Spätestens so, verschmäht kein Vierbeiner diese Suppe mehr.

 

Zähne / Zahnwechsel

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Stubenreinheit

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Impfungen / Reisen

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Erziehung / Training

Bis zur 14. Lebenswoche befindet sich der Welpe in der Sozialisationsphase.

Jetzt ist es wichtig, dem jungen Hund liebevoll und konsequent seine Grenzen aufzuzeigen.

Erziehung und Training ist angesagt

Bis etwa zur 14. Lebenswoche erstreckt sich die sogenannte Sozialisationsphase des Welpen. In der freien Natur würde der Welpe jetzt vom Rüden erzogen werden. Diese Aufgabe müssen wir Menschen übernehmen - auch wenn dies nicht immer einfach ist, denn der Welpe ist ja so unglaublich süss! Sie müssen dem jungen Hund liebevoll und konsequent seine Grenzen aufzeigen. In der Sozialisationsphase ist der Kontakt zu anderen Welpen und Hunden, neuen Geräuschen, neuen und unterschiedlichen Bodenbelägen und natürlich auch zu fremden Menschen extrem wichtig. Es bildet sich nämlich die Basis für das zukünftige Verhalten deines Hundes – die wohl wichtigste Zeit in der Entwicklung. Alle Fehler in dieser Zeit sowie alle erlebten Unsicherheiten und Ängste können sich ein Leben lang auf ihren Hund auswirken.

Der Welpe sammelt Eindrücken

Welpen sollten während der Sozialisationsphase möglichst viel lernen. Dabei muss man aufpassen, dass man den Welpen nicht überfordert. Ansonsten kommt der Hund aufgrund der Reizüberflutung nicht mehr zur Ruhe. Wichtig: Nutzen sie die aktiven Phasen des Welpen und gehen sie immer in kleinen Schritten vor. Der Welpe muss und soll nicht alles an einem Tag lernen. Denn zu lernen gibt es genug: Andere Hunde und Welpen, fremde Menschen, unbekannte Haustiere, Autos, Autofahren, die Tierarztpraxis, Kinder, unterschiedliche Bodenbeläge, das Brummen des Staubsaugers, Radios, Fernseher, Aufzüge und viel mehr sollte nun auf dem Trainingsplan stehen. Ziel des Ganzen ist ein selbstbewusster Umgang mit unterschiedlichen Situationen sowie Bindungsfähigkeit. Beides sind wichtige Voraussetzungen für ein harmonisches Zusammenleben von Mensch und Hund.

Mit dem Welpen das Alleinsein üben

Für den Welpen steht nicht nur viel Neues auf dem Programm. Er muss auch das Alleinsein erlernen. Auch wenn sie vielleicht denken, dass das nicht sein muss weil sowieso immer jemand zuhause ist, sollte das trotzdem geübt werden. Denn sollte einmal ein Notfall eintreten und keine Möglichkeit bestehen, dass jemand mit dem Hund zuhause bleibt, kann der Hund damit umgehen.

Das Alleinsein wird in kleinen Dosen über eine längere Zeit hinweg geübt:

  • Zuerst sind es räumliche Trennungen, sie sind z.B. in der Küche während der Welpe im Wohnzimmer bleiben muss.
  • In einem nächsten Schritt gehen sie beispielsweise in den Keller oder in die Waschküche und der Welpe muss in der Wohnung bzw. in der oberen Etage bleiben.
  • Dann verlassen sie das Haus bzw. die Wohnung für 5 Minuten und steigern das allmählich. Wichtig: Wenn sie zurückkommen, sollten sie – so schwer es sein mag - den Welpen/Hund ignorieren, auch wenn dieser hocherfreut ist. Erst wenn er sich beruhigt hat können sie ihn streicheln und loben.

Hilfreich für diese Trainingseinheiten ist sicher, wenn sie vorab mit dem Hund ausgiebig gespielt haben oder spazieren waren. Dadurch ist der Welpe schon müde und wird sich einfacher auf die Situation einlassen.

Die Ruhe im Alltag finden

Es gibt Welpen, die bringen „die Ruhe“ von Anfang an mit. Sie legen sich hin, beobachten oder schlafen und wenn man sie dann auch sein lässt, hat man das Thema Ruhe schon gemeistert. Bei den anderen sollte von Beginn weg konsequent daran gearbeitet werden. Denn wer will zuhause schon einen hyperaktiven Vierbeiner?

Gerade bei Familien mit Kindern empfehlen wir, dem Hund eine Ruhezone einzurichten. Das kann ein Bett, eine Decke, eine "Höhle" oder sonst ein ruhiger Wohlfühl-Platz sein. Wenn der Hund sich dorthin zurückzieht, heisst das für die Kinder, dass der Hund tabu ist und er seine Ruhe da geniessen darf, ohne gestört zu werden.

Die Ruhe bzw. Pause sollte aber auch im hektischen Alltag funktionieren; auf der Strasse, in einem Restaurant, bei der Arbeit. Gehen sie z.B. bei einem Spaziergang zu einer Sitzbank oder setzen sich auf eine Treppe und lassen den Welpen beobachten, vielleicht legt er sich sogar hin und schläft. Das wäre doch super, denn so wird Erlebtes gefestigt und der Hund lernt, dass für ihn nicht immer Action sein muss, wenn es drumherum turbulent zu und her geht.

Das Jagen abtrainieren

Als Züchter wird man oft gefragt: „Aber jagt er denn auch bestimmt nicht?“

Das Jagen ist im Urinstinkt des Hundes, welcher bekanntlich vom Wolf abstammt, und man tut gut daran, es von klein auf zu unterbinden. Es beginnt schon damit, dass der Welpe zu Hause eine Fliege „jagt“ oder auf einem Spaziergang einem Blatt im Wind nachspringt. Sieht ja sehr süss aus, ist aber bereits der Beginn vom Jagen. All diese kleinen Vorboten können mit Ablenkung durch Spielen mit Herrchen und Frauchen unwichtig gemacht werden und der Jagdtrieb wird so nicht unnötig gefördert.

Viele weitere hilfreiche Tipps bekommen sie in einer der vielen Hundeschulen, welche die Welpen-Gruppen bis zur 14. Lebenswoche (manche bis zur 16. Woche) anbieten. Danach lohnt es sich in eine Junghunde-Gruppe zu wechseln. Und der Ernst des Lebens beginnt ;-) 

Gutes Gelingen :-)